Startseite » Specials » Kolumnen » Retroview: Terranigma – Ein zeitloses Gaming-Juwel

Retroview: Terranigma – Ein zeitloses Gaming-Juwel

Jeder Gamer hat ein Game, das er immer und immer wieder durch spielt, noch spielt oder wieder spielen möchte. Es ist dieses eine Game, das für ihn zeitlos ist und das ihn zeitlebens geprägt hat. Vergleichbar mit dem alten Lieblingsbuch, der DVD mit dem Lieblingsfilm, der LP der besten Band der Welt oder ein Kunstwerk an der Wand. Es ist ein Werk, das man auf die einsame Insel mitnehmen würde, das in der Lage ist, einen immer und immer wieder zu überraschen. Das Game, von dem ich spreche, ist Terranigma.

Philosophie, Geschichte, Kultur, Kunst, Religion, Symbolismus … alles und mehr in einem Game

Das Action-Adventure erschien 1996 auf dem Super Nintendo SNES System und reiht sich ein die Riege der großen Japano-RPGs jener Videospielzeit. Da wären beispielsweise Secret of Mana (Seiken Densetsu), Lufia, Chrono Trigger, Secret of Evermore, Illusion of Time und natürlich der Urvater aller SNES RPGs, The Legend of Zelda: A Link to the Past.

Das Besondere an Terranigma ist, dass es neben einer atmosphärischen Story, einer bis heute liebevollen Grafik in seinem Spielhorizont eine Vielzahl an ungewöhnlichen Themenbereichen vereint, das für ein Game Mitte der 90iger schier unglaublich erscheint. Ob Geschichte, Kultur, Mythos, Kunst, Philosophie, Religion und Symbolismus, das kleine RPG strotzt so sehr vor Inhalt und Tiefe, dass es sich sogar mit heutigen Genre-Vertretern messen kann.

Die Geschichte um die Entstehung von Terranigma selbst bildet dabei jedoch eine Besonderheit an sich. Terranigma (oder japanisch Tenchi Sōzō, das so viel wie „Erschaffung von Himmel und Erde“ bedeutet) ist 1995 in Japan durch den Spiele-Entwickler Quintet in Zusammenarbeit mit Enix (die später mit Square zu Square Enix fusionierten) sowie Nintendo 1996 in Europa als abschließender Teil der Soul-Blazer-Reihe veröffentlicht worden. (In Amerika ist das Game nicht erschienen, da der Bezug zur biblischen Genesis und des Welten-Schöpfungsmythos christlichen Gruppierungen gegen den Strich ging.) Die Soul Blazer Reihe umfasst chronologisch Soul Blazer, Illusion of Time (Illusion of Gaia) und Terranigma. Der Schöpfer hinter alledem ist Tomoyoshi Miyazaki, der nach Entwicklung der Games mit Quintet im Nirvana abgetaucht ist und von dem man bis heute nichts mehr gehört hat.

Die große Zeit der JRPGS auf dem SNES fand etwa von 1991 bis 1995 statt. Es waren goldene Jahre für dieses Genre, wurden doch zahlreiche Games-Highlights auf den Markt gebracht, die bis heute eine große Fangemeinde genießen.

Der Erschaffer einer ganzen Welt (Achtung: SPOILER!)

Auch Terranigma beginnt mit einem für SNES RPGs typischen Schema, und zwar im Erwachen eines Helden namens Ark aus seinem heimatlichen Bett. In vier Kapiteln geht es in dem Adventure nicht klischeehaft darum, eine Welt vor dem Bösen zu retten als vielmehr darum, sie erst einmal zu erschaffen. Allein diese Idee war zur der Zeit ungewöhnlich und etwas völlig Neues.

Ark lebt in Krysta, eine von Krystallnebel umhüllte Stadt in den Tiefen des Erdmantels. Trotz des Verbotes des Dorfältesten bricht Ark eine verbotene Tür ein und folgt einer mysteriösen Stimme hinab in einen Keller, wo er eine rotierende Truhe entdeckt. Er öffnet die Kiste und befreit damit das Monster Fluffy. Darüber hinaus löst er damit einen wetltumspannden Kreislauf aus, der einem erst nach und nach im Spielgeschehen zur vollen Gänze deutlich wird.

Arks Freundin Melina (Englisch mit Namen Elle) erscheint und fragt diesen, was Ark hier suche, doch plötzlich erstarren sie sowie alle anderen Einwohner Krystas zu Eis. Der Dorfälteste gibt daraufhin Ark den Auftrag, dies Missgeschick rückgängig zu machen, indem er fünf Prüfungen in fünf Türmen bewältigen muss. Und hier tritt sogleich der mystisch, kreationistische Bezug hervor, der Terranigma von jeglichem anderen Game, abhebt. Denn mit jedem Turm, in dem Ark eindringt, die Dämonen bezwingt und Rätsel löst sowie dessen Endgegner bezwingt, steigt auf der Oberwelt einer der fünf Kontinente unserer Welt aus dem Meer empor.

Sobald Ark dies alles bewältigt hat, alle Dorfbewohner wieder vom dem Eis aufgetaut sind und der Spieler glaubt, seine Mission erfüllt zu haben, offenbart der Dorfälteste Ark jedoch, das dies alles erst der Anfang ist. Ark mag zwar das Land aus den Tiefen der Erde gezogen haben, jedoch ist seine Weltenmission als Schöpfer noch lange nicht zu Ende. Das Land mag zwar aus dem Meer gestiegen sein, doch es ist trostlos, karg und leer. Es gilt für Ark nun, die Oberwelt selbst zum Leben zu erwecken.

Flora und Fauna sowie der Mensch – Schöpfer sein bereitet nur Probleme

Daher verlässt Ark Melina in einem schmerzvollen Abschied und macht sich auf, zunächst die Flora auf der kargen, wüstengleichen Welt zum Blühen zu bringen. Er rettet in diesem Zusammenhang den Sonnenbaum, sodass der Planet wieder in seiner Pflanzenvielfalt erwacht. Jede Errungenschaft in dem schrittweisen Schöpfungsakt der Welt wird mit einer wundervollen Zwischensequenz eingeleitet. Danach begibt sich Ark auf die Reise, die Vögel und schließlich die Tiere selbst zum Leben zu erwecken. Letztendlich schenkt er im erfolgreichen Kampf gegen einen Schattenwesen auf einem eisigen Gipfel den Menschen selbst das Leben wieder und landet anschließend in Lhasa in Tibet, wo er von einem jungen, glatzköpfigen Jungen in roten Tüchern begrüßt wird, der von allen Lord Kumari angesprochen wird.

Ark kann sich allerdings auch nicht zur Ruhe setzen, nachdem er die gesamte Welt wiederhergestellt hat. Kaum ist Leben da, fangen die Probleme erst richtig an. Genauer, ist es wieder mal die Menschheit, die ordentlich Ärger an allen Ecken und Enden der Welt anrichtet. Natürlich wissen die Menschen nicht, dass sie dem Schöpfer selbst begegnen, wenn sie mit Ark sprechen, bitten ihn jedoch immer gerne bei allen Kleinigkeiten um Hilfe. Sei es persönlicher Natur oder bei wirklich elementaren Dingen, um die menschliche Zivilisation etwas anzukurbeln.

Eine Besonderheit imSpielgeschehen entsteht dadurch, dass der Spieler durch Ark stets ein allumfassendes Bild der gesamten Schöpfungsgeschichte erlebt hat und dies im Spiel immer wieder aufgegriffen und verändert wird. Beispielsweise kann Ark vor dem Erwecken der Menschheit mit Pflanzen, Vögeln und Tieren sprechen und anschließend nicht mehr. Viele NPCs sprechen Ark auf Gegebenheiten an, die in der Vergangenheit liegen, sodass viele nostalgische Gefühle aufkommen.

Das Game ist einmalig und der Ideenreichtum von Quintet scheint in Terranigma unerschöpflich. Auf den Wegen Arks quer über den Erdball, sei es per Schiff oder per Flugzeug, begegnen einem unglaublich viele Anleihen aus Geschichte, Mystik, Religion und Philosophie.

Die folgende Liste soll einem einen Eindruck vermitteln, wie viel Bezüge Terranigma enthält.

Beispiel-Liste mit historischen und mythologischen Bezügen in Terranigma (Achtung: SPOILER!)

Ark

Der Name des Helden ist “Arche”. Klarer Bezug ist hier zur Arche Noah, die in der biblischen Genesis dazu dient, die Tier- und Menschenwelt per Schiff vor der Sintflut zu retten.

Schöpfer

Ark ist der Held des Spiels und gleichbedeutend  auch der Schöpfer der Welt. Er erschafft die Kontinente, Flora und Fauna sowie die Menschen. Der Bezug zur biblischen Schöpfungsgeschichte in der Genesis ist gegeben. Auch in der Philosophie ist der Schöpfergedanke sehr alt. Der Demiurg ist im Altgriechischen der Erbauer des Kosmos, der vergleichbar mit einem Uhrmacher die Zahnräder der Welt zusammenfügt. Das Intro von Terranigma beginnt mit dem Zifferblatt einer Uhr.

Die Heldenreise

Bereits zu Beginn mit Ark als Helden, dem Dorfältesten als Mentor, dem Ruf zum Abenteuer durch Fluffy hinter der verbotenen Tür wird klar, dass Terranigma ein hervorragendes Modell der Heldenreise ist.

Dorfbewohner erstarren zu Eis

Wieder eine Anspielung zur biblischen Genesis und der Arche Noah. Wie Lots Frau das Gebot, sich nicht umzudrehen, gebrochen hat, und aus Strafe zur Salzsäule erstarrt, muss auch Ark wegen seiner Sünde leiden, indem die Dorfbewohner zu Eis erstarren.

Dorfälteste

Der Dorfälteste ist ein Stereotyp eines alten Mentors, wie sie in vielen Büchern und Filmen vorkommen. Der Bezug zu Gandalf Merlin, Obi Wan Kenobi kommt nicht von ungefähr.

Die Büchse der Pandora

Das Unheil über Krysta nimmt seinen Lauf, als Ark die rotierende Kiste öffnet und alle Bewohner zu Eis erstarren. Damit stürzt er die Welt ins Unheil. Das geschieht auch wenn man die Büchse der Pandora aus der griechischen Mythologie öffnet.

Fluffy

Der Sidekick von Ark ist ein überirdisches, mächtiges Wesen, dessen wahres, dunkles Geheimnis ein zentraler Zusammenhang für das gesamte Spiel darstellt. In der englischen Übersetzung heißt er Yomi, was im Shintoismus „Unterwelt“ bedeutet. Gegen Ende des Spiels wird klar, dass Fluffy gottgleich ist, da er am Ende und dem Anfang der Evolution existiert und er sagt, dass alle Wesenheiten dieses Universums einmal wie er sein werden.

Die Unterwelt

Das erste Kapitel mit dem Bezwingen der 5 Türme spielt in der Unterwelt. Das von Lava und von Dämonen bevölkerte Gebiet hat Anspielungen an Dante Alighieris Hölle aus seinem Werk “Die Göttliche Komödie”. Ark muss aus dem Chaos, in dem sich die Welt befindet, wieder Ordnung schaffen.

Der Sonnenbaum

Der Sonnenbaum bittet Ark, die Pflanzenwelt zum Leben zu erwecken. Hier gibt es einen Bezug zum Weltenbaum Yggdrasil, dem Weltenbaum in der nordischen Mythologie, der die gesamte Welt darstellt. Als wichtigster Gott der  ägyptischen Mythologie gilt der Sonnengott Ra.

Lord Kumari

Nach dem Erwecken der Menschheit befindet sich Ark in Lhasa und erwacht in Beisein eines weisen Jungens namens Lord Kumari. Der Name ist jedoch keinesfalls erfunden. In Kathmandu lebt eine Kumari, das ist eine Kindgöttin, ein Mädchen, das bis zu ihrer Pubertät als Inkarnation einer hinduistischen Göttin gilt und auch so angebetet wird. Ebenso erinnert der kleine Junge in roten Tüchern und dem kahlen Kopf an Buddha selbst. Wer einmal Matrix gesehen hat, wird sich auch an den Jungen erinnern, der Neo mit der Löffelszene daran besinnt, dass er in einer nichtrealen Welt lebt. Lord Kumari lebt in Lhasa, das bis heute Wohnsitz des Dalai Lama ist, der Leitfigur des Buddhismus. Die Bewohner von Terranigmas Lhasa zitieren im Gespräch mit Ark lauter buddhistische Weisheiten.

Freundschaft, Liebe und Verlust

Das Game lebt durch besonderes emotionale Momente, die einem lange nach dem Spiel in Erinnerung bleiben. Eine davon beschreibt die Bedeutung von Freundschaft und Liebe. Während Ark dabei ist, die Menschen in einer verschneiten Bergwelt zu erwecken, landet er durch ein Lawinenunglück in eine Eishöhle und ist dort gefangen. Dort unterhält er sich mit einem Widder, der ebenso verunglückt ist. Dessen Widderkollege ist durch das Unglück verendet. Ark und der Widder freunden sich an. Der Widder bringt diesen Spruch:

„Alle Lebewesen fürchten die Dunkelheit, weil sie einsam macht. Vielleicht ist das der Grund, warum wir uns Partner suchen.“

Das Game spielt mit dem Extremen und will sein Publikum zum Denken anregen. Denn nach dieser Szene, frisst der Widder seinen toten Widderfreund, was eine Form des Kannibalismus darstellt. Auch Ark ist empört. Der Widder erwidert: „Ich nehme ihn in mich auf, so wird er ein Teil von mir und lebt weiter in mir, deswegen tue ich es. Auf diese Weise wird er immer bei mir sein.“

Das Aufnehmen der Toten ist in der Geschichte der Menschen nicht unbekannt. In Tibet wird die Himmelbestattung an manchen Orten bis heute ausgeführt. Die Toten werden im Gebirge rituell den Geiern zum Fraß vorgeworfen.

Menschen

Nachdem Ark die Menschen befreit, spricht eine mysteriöse (Gottes-)Stimme zu ihm, während er sich in Trance befindet. Zugleich deutet dies seine nächste Mission an: den Menschen zu helfen. „Menschen sind intelligente Tiere mit der Fähigkeit Dinge zu erfinden. Doch sie sind sich der Macht, die sie besitzen, nicht bewusst. Ark, du musst weiterhin für das Wachstum der Welt sorgen.“

Die Matrix

In der Stadt Luran begegnet Ark einer gewaltigen Scheinwelt, die von einem Mädchen namens Mei Lin erschaffen wurde. Alle Bewohner stellen eine Illusion dar. Die Idee einer nichtrealen Welt ist uralt, geht bereits auf Platon mit seinem Höhlengleichnis zurück. Eine moderne Fassung der Idee wurde mit dem Film Matrix gemacht.

Geschichtliche Anleihen

Im Spiel begegnen Ark historischen Figuren und ihren jeweiligen Errungenschaften. Sven Anders Hedin als Weltenreisender, Christopher Kolumbus, den Ark erretten muss und so ein Schiff erhält oder Thomas Alva Edison, dem Ark bei der Erfindung der Glühbirne hilft.

Wirtschaftssimulation

Terranigma besitzt auch einen Hauch Strategie-Game. Denn es gilt, durch kleine Mini-Quests jeweils die Wirtschaft der vielen Städte auf der Welt, die realen Städten nachempfunden sind, anzukurbeln.

Neotokio und Nintendo

Alle Städte in Terranigma sind Anspielungen auf real existierende Städte. Wie viel Liebe wirklich im Detail bei Terranigma steckt, merkt man beispielsweise daran, wenn Ark in Neotokio unterwegs ist, das an das reale Tokio erinnert..

Durch das Befreien eines Huhns, wird in einem Easter-Egg ein Gebäude freigeschaltet, dass eine Spielefirma namens „Nintendo“beherbergt. Neben vielen Insidern und Jokes um Nintendo selbst arbeitet ein Pinguin als Programmierer an einem Werk. Ebenso entwickelt die Firma ein Spiel mit einem Helden, der wir Ark aussieht. Damit haben sich die Entwickler selbst persifliert.

Messias- und Führerkult

Nachdem Ark in einer von Moskau inspirierten Stadt im russischen Nirgendwo landet, findet er dort religiöse Anhänger in weißen Kutten, die einen gewissen Beruga als den Erneuerer der Welt anbeten, der als Eretter der Welt bezeichnet wird. Hier gibt es Anleihen zu religiösen Sekten, dem Ku kux Klan, ja sogar zum Nationalsozialismus und Hitler.

Unsterblichkeit und Transhumanismus

Beruga selbst ist der Inbegriff des wahnsinnigen Wissenschaftlers, der den neuen Menschen heranzüchten will, der sich über den herkömmlichen Menschen erhebt, einen Übermenschen. Die Idee des verbesserten Menschen, dem Übermenschen, gibt es auch in philosophischen Werken wie von Nietzsche.

Die Gesetze der Robotics

Beruga, der in einer von High-Tech und Robotern bevölkerten dystopischen Umgebung lebt, fragt Ark, ob er die drei Gesetze der Roboter kennt. Dies ist ein Bezug zu Isaac Asimovs drei Robotergesetzen.

Super-Virus

Beruga setzt im Spielverlauf eine chemische Bombe ein, einen Super-Virus namens Asmodeo (ein Dämon der jüdischen Mythologie) und wirft diese über Neotokio ab. Nicht nur der Virus bildet eine Analogie vor der Angst chemischer Waffen (Ebola) und Atomwaffen, es ist kein Zufall, dass die Bombe auf eine Stadt hinab fällt, die sich in Japan befindet. Hier gibt es einen Bezug zum Atomangriff auf Hiroshima und Nagasaki.

Wiedergeburt

Im weiteren Spielverlauf wird Ark von seinem Schicksal betrogen, in dem ihm der Tod ereilt. Doch erreicht er kurz darauf seine Wiedergeburt. Der Story-Strang um den doppelten Ark, um Licht und Schatten, ist jedoch zu komplex, um sie hier zu erklären. Spätestens jetzt wird jedoch erkennbar, dass Ark nicht nur Schöpfer von Himmel und Erde ist, sondern quasi gottgleich. Die Wiedergeburt ist Teil der buddhistischen Lehre, das Wiederauferstehen von den Toten kann auch als Anleihe von Jesus Wiederauferstehung gesehen werden. Womöglich war das der christlichen Kirche in Amerika zu viel des Guten, weswegen das Spiel dort nicht erschien.

Endgegner

Der letzte Kampf in der Unterwelt findet gegen einen Dämonen namens Dark Gaia statt. Gaia ist in der griechischen Mythologie die Erdenmutter oder auch bekannt als Mutter der Natur. Sie verkörpert also das gesamte Leben. Dark Gaia wiederum ist das Gegenteil, die Weltenzerstörerin, die Ark bekämpfen muss. In der deutschen Übersetzung heißt der Endboss Ragnara, das einen Bezug zum Ragnarök aus der nordischen Mythologie darstellt. Ragnarök steht dort für den Untergang der Götter- und damit Menschenwelt, also dem Ende der Welt an sich.

Nostalgie

Terrangima ist ein sehr emotionsgeladenes Spiel, das viel mit Sehnsucht und Heimweh arbeitet. So sehnt sich Ark, der die ganze Welt erbauen muss, nach seiner Heimat Krysta und Melina, die Zeit, bevor er in all das Chaos geworfen wurde. Die Erinnerung an Früher, wo alles “besser” war, ist ein Bezug zur Idee des Goldenen Zeitalters. Dies beschreibt eine friedvolle, reine Welt ohne dem Bösen, quasi das Paradies. Alle Wesen im Spiel, sei es Pflanze, Tier oder Mensch transportieren durchweg im Spiel die Sehnsucht nach Früher, einer perfekten Welt, die es jedoch nie gegeben hat.

Ein zeitloser Klassiker, der bis heute zu überraschen vermag

Terranigma fasziniert bis heute und zeigt, wie sehr Games in der Lage sind, kulturelle Aspekte aufzunehmen und auf künstlerische Art und Weise darzustellen. Gerade für das Geburtsjahr des Games, 1996, erscheint es nahezu unglaublich, wenn man sich, wie eben beschrieben, die Dimensionen des Games vergegenwärtigt. Ein zeitloser Klassiker.

BEWERTE DEN ARTIKEL

0 0

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.